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PHILIPP HEINRICH ERLEBACH

1657-1714

Der als Rudolstädter Kapellmeister in die Musikgeschichte eingegangene Heinrich Erlebach stammte aus dem ostfriesischen Ort Esens. Der Brückenschlag in die Thüringische Residenzstadt – seinerzeit ein bedeutsames Zentrum musikalischen Lebens – ergab sich durch die verwandtschaftlichen Beziehungen des ostfriesischen Herrscherhauses zu dem Hof von Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt. Wahrscheinlich hatte sich der aus einer Musikerfamilie stammende Komponist auf einer Studienreise nach Paris einschlägige Musikkenntnisse namentlich in der französischen Schreibart angeeignet. Die Tätigkeit am Hofe verlangte von ihm eine Vielzahl von Kompositionen aller Genres: Orchester- und Kammermusik, Opern, Ballette und Oratorien. Bedeutsam ist nicht zuletzt seine Liedersammlung. Der größte Teil seiner Werke (über 1000 Kompositionen) allerdings wurde 1735 bei einem Schlossbrand in Rudolstadt vernichtet. Die teils handschriftlich erhaltenen Werke zeigen einen erstaunlichen Nuancenreichtum im Ausdruck, der bereits auf die Zeit der Empfindsamkeit zu verweisen scheint. Erlebachs Kantaten werden zu den ausdrucksstärksten und modernsten ihrer Zeit gezählt.