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Thomas Stoltzer

um 1475-1526

geboren wahrscheinlich im schlesischen Schweidnitz (Swidnica, Polen), war ab 1519 als „vicarius discontinuus“, Geistlicher ohne ständige Anwesenheitspflicht, am Breslauer Domkapitel für die musikalische Ausgestaltung der hohen Kirchenfeste zuständig und ab 1522 als Kapellmeister an den ungarischen Königshof in Ofen verpflichtet. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Unfalltod beim mährischen Znaim (Znojmo), vermutlich auf der Flucht des Hofes vor herannahenden Türken inne. Das Kernstück seines größtenteils sakralen Œuvre bilden 19 Psalmenmotetten, darunter vier Vertonungen der deutschen Übersetzungen Luthers, in denen die deutsche Polyphonie ihren ersten Höhepunkt erreichte. Der Kompositionsstil des Katholiken Stoltzer wurde im lutherischen Mitteldeutschland als Muster angesehen und er selbst gilt als einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit.