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 Grußwort von Prof. em. Dr. Dr. h.c. Helmut Loos

Grußwort von Prof. em. Dr. Dr. h.c. Helmut Loos

Es ist wahrlich unerhört, dass der unermessliche musikalische Reichtum unserer mitteldeutschen Kulturlandschaft so wenig gewürdigt wird.
Im Musikleben beschränken wir uns gern auf einige wenige, lang erprobte Großmeister, deren Werke wieder und wieder gespielt werden. Es spricht überhaupt nichts dagegen, diese Musik zu lieben, aber müssen andere Komponisten deswegen abgewertet und zu minderwertigen Fachvertretern erklärt werden, zu Pygmäen neben Riesen?

In meinem Fach, der Musikgeschichte, ist dies sogar wissenschaftlich zu beweisen versucht worden. Das ist Unsinn. Ihre Sonderstellung haben die „großen“ Komponisten erst nach-träglich erhalten, als ihnen im 19. Jahrhundert in der aufstrebenden bürgerlichen Gesellschaft eine Führungsrolle als Leit-figuren zugeschrieben worden ist. Sie sollten alle Ideale der Moderne verkörpern, und dafür sind ihnen eine Menge „alternativer Fakten“ zugeschrieben worden, die einer Überprüfung nicht standhalten. Die „E-Musik“ hat die Rolle der Kunstreligion der Moderne übernommen, die angeblich das moralisch Gute repräsentiere. Doch der massenhafte Missbrauch dieser Musik durch totalitäre Systeme im 20. Jahrhundert hat das Konzept brüchig werden lassen, die Breite der Bevölkerung hat sich längst davon abgewandt. Dafür wird der Reichtum der Musik wiederentdeckt, der eben nicht nur fromme Erhebung kennt, sondern das gesamte Spektrum menschlicher Gefühlswelten umfasst, von tiefer Traurigkeit bis zu übermütiger Freude, von intellektueller Spekulation bis zu derbem Witz.

Für diese Entdeckungsreise beim Musikfest Unerhörtes Mitteldeutschland wünsche ich Ihnen ein glückliches Ohr. 

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Helmut Loos





 Grußwort von Daniel Schad

Grußwort von Daniel Schad

Verehrtes Publikum,

Pause machen, innehalten, ver­än­dern, variieren, auf Neues warten: das sind nicht nur wichtige Ele­mente beim Komponieren, Musi­zieren oder Singen sondern auch beim Gestalten eines Musikfestes. Die Auswahl der Werke und Künstler, die Berücksichtigung besonderer Komponisten, den Reichtum der Region bekannt zu machen, all das ist bereichernd, vielfältig und eben unerhört.

Wir haben lange überlegt, wie wir das Musikfest auf ein gutes Fundament stellen können. Nun sind wir froh und dankbar, dass die Landesregierung Sachsen-Anhalt die Bedeutung und Ausstrahlung unseres Musikfestes anerkennt und es finanziell unterstützt. Unser besonderer Dank gilt ebenfalls der Saalesparkasse und Lotto Sachsen-Anhalt für die langjährige Förderung.  Es ist für unseren Verein Straße der Musik e.V. eine besondere Anerkennung, dass der diesjährige Schirmherr, Prof. Helmut Loos, ein ausgewiesener Kenner vielfältigster Musikgeschichten auch in Mitteldeutschland ist.

Nun können wir Ihnen zum 8. Mal besondere Konzerte an musik­historisch bedeutsamen Orten in Mitteldeutschland anbieten. Die Vielfalt der Musik wird durch her­vorragende Ensembles und engagierte Künstler erlebbar. Bleiben Sie uns treu, damit wir auch in den kommenden Jahren für Sie Neues entdecken, Unerhörtes ausgraben und zu unrecht Ver­gessenes präsentieren dürfen.

Teilen Sie mit uns die Aufmerksamkeit, welche die wunderbaren Werke von 57 Komponisten verdienen. Finden Sie beim 8. Musikfest bewusst Ihre Lieblingspause, versteckt in einem Satz, in der Musik oder während der Konzerte. Entdecken Sie die Vielfalt der musikalischen Pausen!

Daniel Schad